Messbar gut: Wie Polymeca Präzision im Serienalltag sichert

Im Gespräch mit Emin Vinca, Leiter Messtechnik und Qualitätsmanagement bei Polymeca

Präzise Fertigung allein reicht nicht. Erst die konsequente Qualitätssicherung macht aus einem guten Teil ein zuverlässiges Serienprodukt. Wer bei Polymeca ein Hochpräzisionsteil oder eine komplexe Baugruppe bestellt, bekommt nicht nur mikrometergenaue Toleranzen, sondern auch ein Team, das Präzision im Blut hat. Emin Vinca führt dieses Team. Im Interview spricht er über Messtechnik, Eigenverantwortung in der Produktion, Reaktionszeiten bei Reklamationen und darüber, was ihn an seiner Arbeit antreibt.

Rolle und Verantwortung

Emin, was ist deine Position bei Polymeca, und was gehört zu deinen Aufgaben?

Ich bin seit 2011 Qualitätsleiter bei Polymeca und führe seit 2015 zusätzlich die Abteilung Messtechnik mit rund zwölf Mitarbeitenden. Als Qualitätsmanager verantworte ich die Q-Sicherung in der Produktion, das Auditwesen nach ISO 9001 und ISO 14001, das Beschwerdemanagement, die Prüfmittelverwaltung und den technischen Support für unsere Kunden bei messtechnischen Fragen.

Messtechnik beginnt bei den Menschen

Wer arbeitet bei dir im Team, und wie sind diese Leute ausgebildet?

Alle bringen eine mechanische Grundausbildung mit, sie haben die Späne im Blut. Wer an der Messmaschine arbeitet, durchläuft zusätzlich die Kurse 1 & 2 und ISO GPS, dazu kommt die Anwenderschulung auf Quindos von Hexagon. Über eine Flex-Matrix halten wir den Ausbildungsstand jedes Einzelnen fest und planen ein- bis zweimal im Jahr die nächsten Schulungen.

Prüfen an der Maschine, nicht erst in der Messtechnik

Wie ist das Zusammenspiel zwischen der Messtechnik und der laufenden Produktion organisiert?

In der Produktion gilt in erster Linie die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Die Mitarbeitenden prüfen Vorgaben direkt während der Produktion dank fertigungsintegrierter Prozessüberwachung und -steuerung sowie mit Messrobotern. Dies ist sehr wichtig, da bei Serienproduktionen die frühzeitige Erkennung von Problemen existenziell ist.

Erst danach kommen die Teile für die abschliessende Messung zu uns in die Messtechnik. Die Schulung der Mitarbeitenden an den Produktionsmaschinen übernehmen wir seitens der Messtechnik, im Messraum oder direkt an der Produktionsmaschine.

Neue Projekte: früh dabei, bevor es teuer wird

Bei neuen Projekten ist deine Abteilung früh eingebunden. Wie sieht das aus?

Wir sind in die Machbarkeitsanalyse involviert und prüfen mit dem Projektleiter, welche Toleranzen auf der Zeichnung notwendig sind, und versuchen, mit dem Kunden eine Optimierung des Werkstückes anzustreben, um die Produktionskosten in der Serie zu senken. Bei jedem Erstauftrag folgt eine formale QM-Abnahme mit Checkliste, Dokumenten und Messprotokollen.

Wenn mitten in der Serie etwas auftaucht

Was passiert, wenn ein Teil aus der Toleranz fällt?

Wir stoppen die Maschine und kontrollieren das Werkstück in der Messtechnik. Im Prozess kennzeichnen wir die gemessenen Teile, so wissen wir genau, bis zu welchem Teil zuletzt geprüft wurde, und müssen nicht die ganze Serie nachmessen.

Reklamationen: eine Rückmeldung innert 24 Stunden

Wie handhabt ihr Kundenreklamationen?

Unsere Zusage an den Kunden: Innerhalb von 24 Stunden gibt es eine erste Rückmeldung, die Bestätigung, dass der Fehlerbericht angekommen ist und wir mit Hochdruck an der Ursache arbeiten. Während der Bearbeitung der Fehlermeldung wird der persönliche Kontakt mit dem Kunden gepflegt und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Es geht nicht nur darum, Werkstücke und Baugruppen zu verkaufen, der Service dahinter ist genauso wichtig.

Was Emin an der Qualität fasziniert

Was treibt dich täglich an?

Der Wow-Effekt. Wenn der Kunde die ersten Teile auspackt und sagt: «Die können es», bevor überhaupt gemessen wurde, und das Teil danach sauber in der Montage verbaut werden kann. Ich freue mich auch über Rückmeldungen der Kunden und internen Projektleiter, diese geben die Motivation für die tagtägliche Arbeit für mich und mein Team.

Und wie schaltest du ab?

Mit dem E-Bike bin ich oft in der Region Heerbrugg unterwegs, dazu Zeit mit der Familie, meine drei Töchter halten mich und meine Frau auf Trab. Wie am Arbeitsort mag ich es zu Hause aufgeräumt und reduziert, ganz nach dem Motto: «Weniger ist mehr».

Messbare Top-Qualität entsteht bei Polymeca nicht zufällig, sondern durch klare Prozesse, geschulte Mitarbeitende mit einer hohen Motivation, die Präzision im Blut haben. So entstehen aus präzisen Teilen zuverlässige Serien und zufriedene Kunden.

Ihr persönlicher Ansprechpartner
Pascal Frei
Pascal Frei
Dept. Manager Sales & Project Management
+41 71 727 37 72
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